CMD-Therapie in der Zahnarztpraxis Dr. Lamers (Viersen)
Kiefergelenkprobleme sind oft mehr als „nur“ ein Ziehen im Kiefer. Viele Patient:innen leiden unter Zähneknirschen (Bruxismus), Zähnepressen, Verspannungen der Kaumuskulatur oder Beschwerden im Bereich von Kopf, Nacken und Schultern. Hinter solchen Symptomen steckt nicht selten eine Craniomandibuläre Dysfunktion (CMD) – also eine Funktionsstörung des Kiefergelenks und der umgebenden Muskulatur.
Konservative CMD-Therapie: Schiene und Physiotherapie als Basis
In unserer Praxis verfolgen wir bei CMD grundsätzlich ein stufenweises, konservatives Therapiekonzept. Ziel ist es, die Ursachen der Beschwerden zu behandeln und nicht nur Symptome kurzfristig zu lindern.
1. Schienentherapie (Aufbissschiene)
In den meisten Fällen beginnen wir mit einer individuell angefertigten Aufbissschiene.
Diese hilft dabei:
- Fehlbelastungen im Kiefergelenk auszugleichen
- nächtliches Knirschen und Pressen zu reduzieren
- die Kaumuskulatur zu entlasten
- das Kiefergelenk zu stabilisieren
Die Schiene stellt häufig den ersten und wichtigsten Schritt der CMD-Behandlung dar.
2. Kombination aus Schiene und Physiotherapie
Reicht die Schienentherapie allein nicht aus oder bestehen bereits ausgeprägte muskuläre Verspannungen, ergänzen wir die Behandlung gezielt durch physiotherapeutische Maßnahmen.
Die spezialisierte CMD-Physiotherapie kann:
- muskuläre Dysbalancen lösen
- Triggerpunkte behandeln
- Beweglichkeit des Kiefergelenks verbessern
- Beschwerden im Kopf-, Nacken- und Schulterbereich reduzieren
Erst wenn diese bewährten konservativen Maßnahmen nicht zu einer ausreichenden Beschwerdelinderung führen, prüfen wir weitere therapeutische Optionen.
Typische Beschwerden bei CMD / Bruxismus
CMD kann sich sehr unterschiedlich äußern. Häufige Anzeichen sind zum Beispiel:
- schmerzhafte, teils stechende Kiefer- und Kaumuskelschmerzen
- Knacken/Klicken im Kiefergelenk beim Kauen oder Sprechen
- eingeschränkte Mundöffnung („Kiefersperre“)
- Kopf- und Nackenschmerzen, Spannungskopfschmerz/Migräne
- Zahnschmerzen ohne eindeutige Zahnursache
- Ohrbeschwerden wie Druckgefühl, Ohrenschmerzen oder Ohrgeräusche (Tinnitus)
Botox als Ergänzung: Entspannung für überaktive Kaumuskeln
Wenn die Kaumuskeln durch anhaltendes Pressen oder Knirschen sehr kräftig und dauerhaft angespannt sind, kann – neben etablierten Maßnahmen wie z. B. einer Aufbissschiene – eine Botulinumtoxin A-Behandlung (umgangssprachlich als „Botox“ bezeichnet) eine sinnvolle ergänzende Option sein.
Dabei wird Botulinumtoxin gezielt in die Kaumuskulatur injiziert, um die Muskelaktivität zu reduzieren. Der überlastete Muskel „schaltet einen Gang runter“ – das kann Schmerzen, Druckgefühl und Überlastungsbeschwerden deutlich lindern.
Wichtig: Botox kann Symptome der CMD vorübergehend verbessern, ersetzt aber nicht die Ursachensuche und eine ganzheitliche Funktionsdiagnostik.
Wo wird injiziert?
Je nach Beschwerdebild erfolgt die Behandlung typischerweise in Bereichen wie:
- Musculus masseter (Kaumuskel/Wangenbereich)
- Schläfenmuskulatur (Musculus temporalis)
- ggf. weitere beteiligte Muskelareale im Gesichts-/Schläfenbereich
Vorab untersuchen wir Kiefer, Muskulatur und relevante Strukturen sorgfältig und besprechen mit Ihnen Ihre Symptome sowie die sinnvolle Zielsetzung der Behandlung.
Wie lange hält die Wirkung?
Die Wirkung ist nicht dauerhaft. In vielen Fällen hält der Effekt etwa 3–4 Monate an. Anschließend kann – je nach Verlauf und Bedarf – über eine erneute Behandlung entschieden werden.
Unser Ansatz in Viersen: individuell & ganzheitlich
In der Zahnarztpraxis Dr. Lamers betrachten wir CMD nicht eindimensional. Ziel ist, Beschwerden zu reduzieren und zugleich die Ursachen (z. B. Fehlbelastungen, Stressfaktoren, Biss- und Funktionsstörungen) ernst zu nehmen. Botox kann dabei helfen, akute Muskelüberlastungen zu beruhigen – damit weitere Schritte wie Schienentherapie, funktionelle Maßnahmen oder begleitende Therapien besser greifen können.